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Kirche

Wie unsere Kirche  zum heutigen Aussehen kam

Die erste Kirche war wohl nur ein Holzbau, der im Jahr 1487 durch einen steinernen Neubau ersetzt und am 15. November 1488 vom Weihbischof Ulrich konsekriert und zu Ehren des hl. Laurentius und der hl. Agatha eingeweiht wurde. Zwei Glocken, eine mit der Jahreszahl 1505, die andere mit 1506, luden die Gläubigen zum Gottesdienst ein.

Im Jahr 1653 wurden die Kirchenstiele (= Kirchenstühle) neugemacht. Eine größere Ausgabe war der Kauf eines neuen Altares, der 1669 bei Johann Kienle in Auftrag gegeben wurde. Der Bildhauer Martin Beichel schnitzte die Statuen der Heiligen und den Zierrat zum Hochaltar. Über den Bildhauer gibt es einiges zu berichten. Martin Beichel, der eigentlich Leinenweber gelernt hatte und sich aus Liebhaberei der Holzschnitzerei zugewandt hatte, lebte zuerst in Linden, Pfarrei Stöttwang, wo er 1665 heiratete. Später zog er nach Blonhofen und kaufte dort ein Haus. Dabei verpflichtete er sich, von Ostern 1676 bis Ostern 1677 für einen Teil des Kaufpreises 63 Kruzifixe zu schnitzen. Die Pfarrherren der Umgebung von Blonhofen schätzten das Können Beichels. Er arbeitete für die Pfarreien Linden, Dösingen, Westendorf und Amberg. Um auch Lehrjungen aufnehmen zu können, ließ Beichel sich 1673 in Waal als Bildhauer in die unterschiedliche Handwerke umfassende Zunft aufnehmen, die dort wegen eines kaiserlichen Spezialprivilegs durch den Grafen Muggenthal gegründet worden war. Nach Handwerksbrauch bildete Beichel nacheinander zwei Lehrjungen aus und sprach sie frei. Als nun einer dieser Lehrjungen die Wanderschaft antrat und in Landsberg und Weilheim arbeiten wollte, schickten ihn die dortigen Bildhauer zurück und erkannten Beichel als Lehrmeister nicht an, weil er die bei ihnen vorgeschriebene Lehrzeit nicht nachweisen konnte. Da wählte der Schnitzer von Blonhofen zu seiner Rehabilitierung einen ungewöhnlichen Weg: Um 1677 übersiedelte er ins wittelsbachische Türkheim, erklärte seine Tätigkeit als eine freie Kunst, schickte seinen ältesten Sohn Johann zu dem Bildhauer Jakob Guggenbichel in Weingarten in die Lehre und ließ sich nach dessen Rückkehr bei seinem eigene Sohn als „ein Lerner“ eintragen. Martin Beichel war der Gründer der Türkheimer Bildhauerschule. Leider ist nicht bekannt, ob von den Werken Beichels in Frankenhofen etwas erhalten ist.

1673 wird der Turm repariert und im Jahr darauf vom ortsansässigen Michael Stechele ein neuer Beichtstuhl angefertigt. 1680 hatte man in Frankenhofen noch eine Sonnenuhr, die vom Uhrmacher aus Augsburg gewartet wurde. 1687 schnitzte ein Schongauer Bildhauer einen Auferstandenen Christus, der heute noch aufgestellt wird.

1689 unternahmen die Frankenhofener einen Umbau größeren Stils. Zuerst wurde das ganze Dach umgeschlagen. Der schadhaft gewordene Bogen zwischen Schiff und Chor wurde neu erstellt. An der Nordseite des Langhauses (genauer Wortlaut der Angaben „gegen Mitternacht“) hat man zwei neue Fenster eingebrochen und die zwei alten Fenster wurden den neuen angepasst.  Die vier Fenster wurden vom Glaser in Hirmazhofen verglast. Außerdem wurden neue Balken eingezogen und ein hölzerner Boden verlegt. Die beiden Zimmerer, die die Arbeit ausführten, waren Andreas Hayland und Melchior Jorthan, beide aus Frankenhofen. Der Maler Thomas Kreiter hat das neue Defer (Holzdecke) im Langhaus der Kirche mit Darstellungen aus dem Löben des hl. Laurentius und die große Tafel in der Mitte mit der hl. Dreifaltigkeit bemalt. Thomas Kreiter lebte von 1685 bis 1689 in Kaufbeuren im so genannten Irseer Haus (obere Ludwigstraße) und hatte dort eine Weinschank-Gerechtigkeit. Dieses Defer ist heute noch erhalten und kam bei Umbauarbeiten der Familie Mangold zutage. Da das Defer verputzt war, war es ein großes Glück, dass beim Wegräumen auf den Brettern ein paar Farbreste sichtbar wurden und die Malereien so entdeckt wurden. In dem Haus der Familie Mangold lebte zu der Zeit, als das Defer aus der Kirche wieder entfernt wurde, ein Nachkomme des Zimmerers Hayland, der beim Einbau beteiligt gewesen ist.

1695 bekam die Kanzel einen neuen Schalldeckel. Außerdem wurde aus Augsburg eine neue Monstranz und ein Altare portatile für den Sylvesteraltar angeliefert. Auf dem Kaufbeurer Jahrmarkt wurde ein neues Rauchfass erstanden.

Von 1718 bis 1720 musste der Chor neu gebaut werden. Zugleich wurde der Turm um 15 Fuß (ca. 4,7 m) erhöht und anstatt des Satteldaches mit der heutigen Kuppel gedeckt. Die heutigen Freskogemälde stammen aus dem Jahr 1760 und wurden von Ignaz Paur gemalt. Dieser Ignaz Paur wurde 1723 in Großhausen in Oberbayern geboren. Er war Schüler des Malers und Kunstakademiedirektors Mathias Günther und meist als Fassadenmaler in Augsburg tätig. Paur malte auch in der Kirche von Eschenlohe, nahe dem Kloster Ettal.

1860 baute man eine Empore für die ledigen Mannspersonnen. 1870 kaufte man von der Mayer´schen Kunstanstalt München zwei Altäre und eine Kanzel. Der Gründer der Kunstanstalt Joseph Gabriel Mayer beschäftigte besonders behinderte Knaben und Männer, was zu der damaligen Zeit wohl eine Ausnahme war, zumal die Kunstanstalt sehr bekannt und angesehen war. Sie erhielt auf der Weltausstellung 1880 in Melbourne und Sydney viele Auszeichnungen. 1871 wird die kleine Glocke umgegossen, weil „selbe versprungen war“ und stimmt nun f.

Im Jahre 1881 wurde vom Orgelbauer Balthasar Pröbstl von Füssen endlich eine neue Orgel gekauft, denn schon 20 Jahre vorher hat der damalige Pfarrer Eisele die alte Orgel als sehr schlecht beschrieben. Auf der Orgel von Pröbstl spielte schon während des zweiten Weltkrieges Alfons Mangold. Sein Sohn Dieter hat ab 1976 den Organistendienst übernommen.

Der Turm hatte bisher ein Schindeldach und erhielt eine neue Metallbedachung. 1884 wurde ein großer Teil der schadhaften Friedhofsmauer durch eine neue ersetzt. Auch das hölzerne Friedhofskreuz wurde durch ein neues aus Metall ersetzt. Für das ewige Licht wird Erdöl verwendet. „Die Genehmigung ist dazu noch einzuholen. 1892 wurde die Kirche restauriert.

Eine Rechnung aus dem Jahr 1903 von Johann Futterknecht, Maler und Vergolder aus Kaufbeuren, gibt Auskunft über ausgeführte Arbeiten: Malereien wurden ergänzt und die Farbtöne nachgestrichen; grüne Wandbehänge wurden geliefert, gefertigt im Kloster Kaufbeuren; roter Wolldamast wurde angeschafft; Communionbank, Hochaltar, Nebenaltäre und Kanzel neu gefasst und die Vergoldungen erneuert; ein Betstuhl mit Plisch gepolstert; an den Kirchenstühlen die Doggen gereinigt und gefirnist. Außerdem wurden ein neuer Wetterkerzenhalter aus Schmiedeisen und zwei neue zweiarmige Altarleuchter geliefert. Die vier zweiarmigen Altarleuchter, die schon vorhanden waren, wurden neu vergoldet. Auch 1903 wurde eine neue Kirchenuhr mit drei neuen Zifferblättern angeschafft. 1904 wurde in der Kirche das Solenhofer Pflaster gelegt und neue Glasfenster eingesetzt. 1905 wurden angeschafft: ein Messpult mit Schnitzerei an den Seitenteilen, ein Chorrock, ein Kanzeltuch, ein Lavabogefäß in die Sakristei und vier neue rote Ministrantenröcke.

Im Jahr 1906 kaufte man einen neuen Tabernakel auf den Hochaltar. Der Hochaltar wurde marmoriert und dessen Holzfiguren gefasst. Pfarrer Schilcher: „Die Frankenhofer wollen ein neues Geläut und schwer muß es sein. Am 16. August 1906 nach vorangegangener Christenlehr über die Neuanschaffung eines Geläuts mit 4 Glocken, wurden im Gasthaus der Beschluss und die Mittel genehmigt. An Ostern 1907, dem 31. März, wurden vier neue Glocken aufgehängt, gegossen in Bronze von der Gießerei Hamm in Augsburg mit der Stimmung e, fis, gis und h. Zehn Jahre später, 1917, wurde das Geläut schon wieder abgenommen. Nur die zweitgrößte Glocke durfte behalten werden. Die Glocken mussten für Rüstungs- und Kriegszwecke abgeliefert werden. Als Ersatz bekam man ein Stahlgeläut.

1922: Das in Besitz des Wirtes Meinrad Wahl befindliche frühere Altarbild St. Ursula mit den 11.000 Jungfrau Märtyrerinnen wurde der Pfarrkirche zurückgegeben und über der Kriegergedenktafel aufgehängt. Am 5. Februar 1925 stiftete das Sattlermeisterehepaar Remigius und Kreszenz Storf eine alte aus der Barockzeit stammende Holzfigur der Hl. Agatha der Pfarrkirche. Sie wurde auf einen Sockel gestellt und an der Nordwand des Kirchenbaus aufgestellt. 1928 wurde ein Wasser- und Weinkännchen aus Christallglas mit Glasteller gekauft. Im Jahr 1929 wurde ein Kupferweihwasserkessel angeschafft, der heutzutage immer noch benutzt wird.

Zur Entfeuchtung der von 3 Wasseradern in der Tiefe von 8 - 9 m unterspülten Pfarrkirche wurden nach Feststellung derselben durch den Rutengänger Bruder Kamillus aus St. Ottilien am 7. Mai 1930 sechs Wehrmeister-Apparate um die Kirche gelegt, welche eine merkliche Entfeuchtung bewirkten.

Während des zweiten Weltkrieges musste die verbliebene Bronzeglocke auch noch für Rüstungszwecke hergegeben werden. 1938/39 wird der Turm mit Wendeltreppe an der Nordseite des Vorzeichens wegen Einsturzgefahr abgebrochen. Die untere Empore wurde daraufhin durch eine neu eingebaute Treppe im Inneren der Kirche zugänglich gemacht.

 

In den Jahren 1938 bis 1945 wurde die Kirche grundlegend geändert und erhielt ihr heutiges Aussehen. Die bunten Glasfenster wurden durch durchsichtige ersetzt. Der Hochaltar wurde aufgestellt, gefertigt vom Schreiner Kraut von Bernbeuren und von Otto Kobel marmoriert. Die beiden Engel auf dem Hochaltar sind von Bildhauer Killer. Rechts und links je ein Durchgang, worauf die goldenen Büsten des St. Salvators und der Mutter Gottes stehen. Beide gefertigt um 1750. Die Büsten wurden von der Pfarr­kirche Mauerstetten gekauft. Die Schnitzereien an den Säulen und am Tabernakel stammen vom ortsansässigen Bildhauer Paul Hartung. Im hl. Grab befindet sich eine lebensgroße liegende Christusfigur aus Holz, entstanden um 1700. Diese Figur sowie die Mutter Gottes mit Kind, eine Gliederpuppe mit echten Haaren und mehreren Klei­dern, konnte Pfarrer Schönmetzler von zwei Familien des Dorfes dankenswerterweise wieder für die Kirche gewinnen. Es ist anzunehmen, dass die beiden Figuren 1870 aus der Kirche entfernt wurden. Die Mutter Gottes kam zur Familie Schropp. Anna Maria Schropp vermachte sie ihrer Enkelin Maria Wolfegg. Frau Wolfegg übergab sie wieder der Kirche. Die große Christusfigur kam zur Familie Kollmann. Die Tochter Anna Ma­ria heiratete den Xaver Zech und so kam die Figur zur Familie Zech, die sie wieder der Kirche zur Verfügung stellte. Die Mutter Gottes mit Kind stammt aus dem 18. Jahrhun­dert und befindet sich in einer neubarocken Stucknische mit Baldachin und bildet mit dem Altare portatile den rechten Seitenaltar. Der linke Seitenaltar wurde entfernt. An seiner Stelle wurde die neue Kanzel angebracht. Über dem Kanzeleingang ist ebenfalls ein Stuckbaldachin. Die Bilder oberhalb der Kanzel und des rechten Seitenaltars sowie die Bilder an der unteren und oberen Empore stammen vom Maler Otto Pöppel aus Memmingen. Auch die 14 Bilder des Kreuzweges wurden von Pfarrer Schönmetzler entworfen und 1950/51 vom Maler Pöppel gemalt. An der Südseite des Langhauses kam bei den Restaurationsarbeiten zwischen dem 2. und 3. Fenster ein großes Bild des hl. Christopherus zum Vor­schein. Das Bild stammt aus der gotischen Zeit und wurde wieder übertüncht. Hier an der Südseite war vermutlich früher der Ein­gang zur Kirche.

Auch an der Langhausnordwand kamen Malereien von 1613 in Folge von rechteckigen Feldern zutage. Ursprüng­lich waren zwei Reihen Bilder übereinander, Sze­nen aus dem Leben Jesu. Zu sehen sind noch: 1. Vertreibung des Wechslers; 2. Abendmahl; 3. Fußwaschung (Fragment); 4. Judaskuss; 5. Christus vor dem hohen Priester; 6. Christus vor Pilatus (Fragment); 7. Geißelung Christi.

Der Beichtstuhl stammt aus dem Jahr 1940; die Chorstühle sind vom Anfang des 19. Jahrhunderts und die Kommunion- bzw. Speisegitter wurden etwa um 1760 gefertigt. Die Betstühle im Schiff haben geschwungene Eichenholzwangen mit Bandel- und Blattwerkschnitzereien, entstanden um 1720/30. In einem Visitationsbericht von 1860 wird erwähnt, dass die Kirchenstühle unentgeltlich auf die Familien verteilt sind. So wie heute noch jeder „seine Kirchenbank“ hat. Die Kinderbänke wurden in den Jahren zwischen 1964 und 1968 durch Eichenbänke ersetzt.

Im Inneren der Kirche befinden sich die Holzfiguren der hl. Agatha aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, der hl. Laurentius im so genannten Nazarenerstil bis 1830, der hl. Josef mit Kind und eine Herz-Jesu-Statue und außerdem eine Prozessionsstange mit der gefassten Holzfigur der Muttergottes, entstanden um 1700 und ein Vortragkreuz.

1945 wurde die alte Sakristei abgebrochen und eine größere gebaut. Am Vorzeichen wurden auch Änderungen vorgenommen. Ursprünglich konnte man das Vorzeichen auch nach Westen verlassen, doch dieser Ausgang wurde zugemauert. Im Anschluss daran machte man ein Tor in die Nordseite der Friedhofsmauer. Außerdem wurden die Holztore am Vorzeichen entfernt.

Von September 1969 bis November 1969 wurde der Kirchturm, der im Besitz der Gemeinde ist, repariert. Der Putz wurde vollständig abgepickelt, neu angebracht und gestrichen. Die Kuppel wurde hergerichtet und mit Kupferblech neu ausgelegt. Bei den Arbeiten an der Kuppel fand man Aufschriften: Alois Pfeifer, Oberzell 20. September 1854, Keppeler Frankenhofen und Wahl Frankenhofen. Die Kugel wurde neu vergoldet und eine elektrische Uhr angeschafft. 1971/72 wird die Kirche trockengelegt und eine Heizung eingebaut. 1985 wurden die Kniebänke gepolstert.

Aus Anlass der 500-Jahrfeier 1988 vergab die Kirchenverwaltung einen Auftrag für einen Volksaltar an den Kirchenmaler Lang von Lechbruck. Dieser Altar wurde aus Teilen des Kommuniongitters erstellt. Auch ein neues Lesepult wurde dem Altar angepasst und die Chorstühle neu gestrichen.

Im Jahr 2001 stand wieder eine Außensanierung an. Die Kosten dafür wurden zunächst auf 265.000 DM angesetzt. Der Preis musste Monate später wegen verborgener Schäden auf 420.000 DM korrigiert werden. Hauptgrund war der marode Dachstuhl, dessen Fußpfetten und andere tragende Balken durch und durch morsch waren. So musste aus Sicherheitsgründen die Pfarrkirche zweimal für Gottesdienste gesperrt werden. Neben dem Kirchendach wurden das Deckengewölbe und der Chorbogen stabilisiert, der 32 m hohe Turm saniert und das Gebäude nach stellenweiser Reparatur des Putzes außen frisch gestrichen. Den Abschluss der Arbeiten am 3. Dezember 2001 bildete die Montage des renovierten Kreuzes und der dazugehörigen Kugel auf den Turm der Kirche. In die Kugel wurden wieder die Dokumente aus dem Jahr 1923 und 1969 und ein Beitrag der Allgäuer Zeitung aus dem Jahr 2001 gelegt. Die Diözese Augsburg übernahm 75 % der Renovierungskosten. Die Gemeinde Kaltental beteiligte sich mit 80.000 DM an der Sanierung des Turmes. Die nächsten Sanierungsarbeiten stehen im Inneren der Kirche an.